Lady Anna: die Kartoffel, die wir nicht ersetzen
Wer in einem guten Burgerladen Pommes bestellt, hat nicht selten eine Lady Anna auf dem Teller. Unter Kartoffelleuten gilt sie als Pommessorte, manche nennen sie die Pommeskönigin. Groß, oval, im Schnitt um die 400 Gramm schwer. Wie gemacht für lange Stäbchen.
Wir schneiden sie nicht. Wir backen sie im Ganzen.
Warum das funktioniert
Die Lady Anna ist mehligkochend und hat viel Stärke. Das macht Pommes außen knackig und innen weich, und im Ofen passiert dasselbe mit der ganzen Knolle: Die Schale wird knusprig, das Innere locker. Wenn die Gabel reingeht, dampft es, und die Butter ist sofort weg.
Dazu kommt etwas, das man von außen nicht sieht. Der Stärkegehalt schwankt bei dieser Sorte kaum, eine Lady Anna backt wie die andere. Darauf können wir uns verlassen.
Wir haben andere Sorten probiert. Michael hat in fast vierzig Jahren Küche genug Kartoffeln in der Hand gehabt, um wählerisch zu sein. Die Lady Anna ist geblieben.
Kartoffelkult in Rommerskirchen
Unsere kommt von Kartoffelkult, dem Familienbetrieb von Heinrich Trippen in Rommerskirchen. Dort wachsen alte Kartoffelsorten und Gemüse, ohne Pestizide. Bunte Süßkartoffeln hat der Hof schon angebaut, als die hierzulande kaum jemand kannte.
Am liebsten verkauft Kartoffelkult ungewaschen. Die Erde schützt die Kartoffel davor, zu früh zu keimen oder grün zu werden. Wer sich das selbst ansehen will: Samstags ist der Hofladen geöffnet.
Und dann
80 Minuten bei 180 Grad, danach wird belegt. Cheddar und Garlic Cream, Baked Beans, geschmorter Schweinenacken, Lachs mit Hollandaise oder vegan mit Linsenmöhrensalat. Was obendrauf kommt, entscheidest du. Darunter liegt immer eine Lady Anna.
Was es gerade gibt, steht in der Speisekarte. Wo wir als Nächstes stehen, im Tourplan.
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